Dis - Harmony

Geborgenheit,Wärme, Nähe, Sicherheit.
Liebe.

Dinge, die sich wohl jeder wünscht.
Ich auch, keine Frage.

Nähe halte ich nur in Maßen aus.
Kommt mir jemand zu nahe, vor allem emotional,
werde ich kalt. Abweisend. Vor den Kopf stoßend.
Distanz schaffend.

Und trotzdem, jeder braucht Nähe und Wärme.
Ich habe einen Weg gefunden, über Jahre,
mir diese Nähe und Wärme zu holen,
ohne mich wirklich angreifbar zu machen.
Ich hatte Sex.
Viel Sex.
Körperliche Nähe kann emotionale Nähe vortäuschen.
Kurzfristig zumindest.

Es war wie ein Spiel.
Ein Spiel, welches mir leicht gemacht wurde.
Meine Erfahrung ist, dass wenn du als Frau nicht aussiehst,
wie ein Kartoffelsack, dann wird es dir leicht gemacht.
Zu leicht.

Was die Männer von mir dachten, war mir nicht egal,
im Gegenteil, tief im Inneren wollte ich vielleicht,
dass irgendeiner erkennt, welche Last ich mit mir trage.
Erfahren habe ich anderes.
Noch mehr Narben, Verletzungen und Pein.
Noch mehr Gepäck, welches in nun schleppen muss.

Trotzdem konnte ich aus den kurzen Momenten
der vermeintlichen Nähe Kraft schöpfen.
Allerdings hält dies nicht lange an.
Und somit wurde ich von der Gejagten zur Jägerin.

Ein Spiel, dessen Regeln ich beherrsche.
Instinkte wecken, Reize ansprechen und schneller als
man gucken kann, hat man denjenigen in der Tasche.

Es hat lange gebraucht, bis ich mich selber durchschaut habe
und mittlerweile ödet es mich an.
Zu einfach, zu leicht, zu oberflächlich.

Aber welcher Mann hat Lust auf eine Frau,
die ihr Gesicht im Stundentakt wechseln kann?
Die Frage beantwortet sich von selbst.

Lange dachte ich, dass irgendwann jemand kommen wird,
der alles wieder gut machen wird.
Das dem nicht so ist und auch nicht so sein kann,
das habe ich erst im letzten Jahr verstanden.
Meine Wunden kann nur ich verarzten.

Aber wie soll das gehen, wenn man sich selbst
immer schon an letzte Stelle gepackt hat.
Wenn weder Selbstwert noch Selbstachtung vorhanden sind?
Egoismus geht mir ab. Was wohl nicht zwingend verkehrt ist.
Aber Selbstachtung ist wichtig und nach der Suche ich.

Wo ich anfangen soll, ob ich fündig werde,
ich wünsche es mir, sehr. Ob es klappt,
ich weiß es nicht.

6.10.14 12:15, kommentieren

Dis - feel

Es gibt Momente im Leben, 
in denen steht die Zeit still.
Wundervolle Momente, wärmende Momente.
Momente, die Seelenfrieden schenken.

Momente, die dein Herz zerfetzen.
Momente, in denen alles zunichte gemacht wird.

Diese oder jene.
Alles oder nichts.
Aber überleben. Irgendwie.

Nicht zu genügen ist eine der schlimmsten Bestrafungen.
Nicht gut genug zu sein.
Anders als gewünscht zu sein.

Welch Schwäche von Menschen ausgeht, die dies anprangern
und dafür bestrafen.
Dinge sagen, die nicht zurück zu nehmen sind.
Die kaputt machen.
Ein Kinderherz.

Wie oft war ich neidisch.
Auf andere Kinder.
Auf meine Freunde.
Auf meinen Bruder.
Auf die, die gut waren, gut genug, ausreichend.

Wie sehr sich das alles in mir festgesetzt hat.
Jahrelang gab ich anderen die Schuld.
Bis mir klar wurde, ich bin es.
Ich ziehe an, was ich ausstrahle.
Schemata und Muster.
Weil ich nicht gut genug bin.
Für niemanden.
Weil ich Liebe nicht erkenne. Nicht aushalte.
Nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

Bestätigung habe ich mir auf anderen Wegen geholt.
Körperlich.
Bei Männern.
Und habe dabei einen Teil meiner Seele verkauft.
Meine Gesundheit gefährdet.
Mein Leben über Bord geworfen.

Und ich kann Ihnen sagen,
selbst mit dem Wissen, dass alles seinen Grund hat,
den Schalter zum Umlegen habe ich immer noch nicht gefunden.

Gefühle sind nicht steuerbar
und eine offene Wunde kann nicht geheilt werden,
wenn sie nicht sichtbar ist.

1 Kommentar 1.10.14 11:22, kommentieren

Dis - broken

Ich weiß nicht, ob Sie wissen, wie es ist,
wenn die Seele stückchenweise zerbricht.

Lautlos.

Ohne Tränen.

Stück für Stück.

Und mit jedem Stück verliert man sich selbst etwas mehr.

 

Ich habe Menschen früher dafür verurteilt, wenn es hieß:
"Ich kann nicht anders. Meine Vergangenheit steht mir im Weg."
Man verurteilt am ehesten die, die einem am ähnlichsten sind.
Nun stehe ich selber da und komme nicht weiter.

Für solche Ereignisse gibt es Schlüsselmomente.
Schlüsselerlebnisse.
Wieviel es bei mir waren? Ich weiß es nicht.
Zuviele.

Ich halte Nähe nur bedingt aus.
Gehe auf Abstand, sowie es eng wird.
Verletze, wenn jemand meiner Seele zu nahe kommt.
Stoße vor den Kopf, breche Streit vom Zaun.
Ich kann wirklich ekelhaft werden.
Schuld hatte immer der Andere.
Bisher.

Es kostet unendlich viel Kraft, sich seinen eigenen Unzulänglichkeiten zu stellen.
Annehmen klappt noch nicht.
Aber wahrnehmen.

Meine moralischen Werte übersteigen die Norm und ich weiß es,
verurteile aber aufs härteste und schaffe es nichtmal selber,
diese einzuhalten.
Muster. Alles Muster aus Selbstschutz.
Und trotzdem renne ich in Situationen,
die mich Kopf und Kragen kosten können.
Immer wieder.

Verwirrend. Für mich. Für andere.
Anstrengend. Ermüdent.
Aber wie ein Steh-auf-Männchen mache ich weiter.
Beginne von Vorne, renne erneut, strenge mich an.
Kämpfe, verliere, gewinne, falle...



1 Kommentar 30.9.14 17:02, kommentieren