Dis - Tanz

Wissen Sie,
es ist nicht so, dass ich mich beklagen könnte.
Ich habe einen guten Job, habe tolle Freunde,
bin relativ gesund und stehe im Leben.

Eigentlich.

Auf Aussenstehende wirke ich Selbstbewußt.
Vorlaut, mitunter frech.
Mit der Klappe immer ganz weit vorne.
Nicht auf den Mund gefallen, wie man so sagt.

Ich bin intelligent, besitze Wissen.
Vor allem im Psychologischen.
Leider.
Aber bevor ich dort in die Tiefen tauche, beginne ich vorne.

Ich habe spät den ersten Freund gehabt.
War selbst in der Zeit ein sogenannter "Spätzünder".
Ich hab den nur gehabt, weil alle einen hatten
und ich endlich auch wollte.
Verliebt? Nein.
Verliebt war ich in einen anderen.
Er hatte eine Freundin, was ich wissentlich ignorierte.
Ich habe ihn bekommen. Aber nur seinen Körper.
Er hat mich entjungfert.
Mein erstes Mal war mit einem vergebenen Mann,
dem es nicht um mich ging, sondern um Jagd, um Trieb.
Das habe ich damals noch nicht verstanden.
Mein Bild von Liebe war rein und romantisch.
(Wie paradox das in dem Zusammenhang klingt.)
Ich habe an das Gute im Menschen geglaubt, das tue ich
heute oft noch, dummerweise, zu oft.
Aber diese Begegnung, dieses Ereignis war prägend und Schlüsselerlebnis, für alles, was danach kam.
Mein damaliger Freund war verliebt in mich. Sehr sogar.
Er wollte mich heiraten, ich war seine Traumfrau.
Ich habe angefangen, mich vor ihm zu ekeln.
Sein Geruch, seine Hände auf mir, seine Küsse -
es ging so weit, dass ich würgen musste, keine Luft bekam.
Ich habe ihn abgeschossen, sein Herz gebrochen.
Es war mir egal.
In mir wuchs eine Gier.
Gier nach Männern, die ich vermeintlich nicht haben konnte.

Körperlich kriegst du sie alle, wenn du nicht aussiehst,
wie ein Paket Gehacktes.
Und das tue ich nicht.
Mir wird Charisma, Ausstrahlung, Attraktivität nachgesagt.
Wie ich das sehe, hängt von der Tagesform ab.
Ich falle optisch in keine Schublade, bin keine "Durchschnittsfrau".
Das macht es mir bei Männern heute noch leicht.
Zu leicht.

Und Sie denken jetzt sicher:"Wie eingebildet. Hochnäsig."
Nein, im Geneteil.
Die schwache Seite von mir kennen wenige. Meine Engsten.
Und den Männern, denen ich sie gezeigt habe,
tjanun, davon ist keiner mehr bei mir, oder?



 

27.9.14 17:05, kommentieren

DiScLoSuRe

Es wird ehrlich. Direkt und schonungslos.
Ich werde keine Blümchen malen,
ich werde es nicht mit Zuckerguß übergießen.
Es wird nichts schön geredet und umschrieben.

Vielleicht wird es traurig und auch mal melancholisch.
Vielleicht werde ich Phasen des Selbstmitleides haben.
Ich werde aber wieder aufstehen.

 

Es wird dreckig, verdorben, dunkel.
Ich werde meine Seele öffnen, mein Herz suchen.
Für mich, für niemand anderen.

Verurteilungen werden abprallen -
wer urteilt, ohne zu kennen, ist charakterlos.

Ich werde abrechnen.
Mit mir.
Meiner Vergangenheit, Geschehenem.
Neu ordnen.

Ankommen. Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.

Ich bin 32 Jahre alt und habe mit mehr als
200 Männern geschlafen.
Ohne mich dafür bezahlen zu lassen.

Mit Grund.

1 Kommentar 27.9.14 15:49, kommentieren